Carsten Flynn mit zwei Weltbestleistungen

Noch vor drei Monaten sagten Carsten Flynn die Bezeichnungen Speerorama, Shotorama und Schockorama nichts. Gar nichts. Mit den klassischen Leichtathletik-Disziplinen ist der hessische Winterwurfmeister im Diskuswurf und Speerwurf-Zweite natürlich bestens vertraut, aber diese nichtolympischen Disziplinen ihrer Wortendung wie eine bekannte Margarine? Da muss man schon ein Extrem-Spezialist sein, sich einlesen und vorbereiten. Was der 30-Jährige Wurfspezialist vom Wiesbadener LV schließlich tat.

 

Erläutert werden die erwähnten Disziplinen auf der Homepage des eingetragenen Vereins LSW Spezialsport Deutschland, und auch im hessischen Villmar ist man diesbezüglich sehr rege. Dort fand auf dem Sportgelände auf der Struth zum 19. Mal der Spezialsport-Saisonausklang statt. Mit Carsten Flynn. Und der Newcomer überraschte sich selbst mit zwei Weltbestleistungen: Zum einen im Speerorama, zum zweiten im Athletik-Dreikampf.

 

Womit wir beim letzten Teil unserer kleinen Fortbildung wären. Speerorama ist definiert als einarmiges Kugelschocken über den Kopf aus dem Stand mit drei verschieden schweren Kugeln, zwei, 2,5 und drei Kilogramm schwer. Flynn erreichte Einzelleistungen von 33,60, 27,47 und 25,76 Meter, in der Summe also 86,85 Meter. Damit übertraf der Personal Trainer aus Flörsheim knapp den bisherigen Rekord des Ungarn Norbert Borbely (86,00/2017).

 

Der Athletik-Dreikampf besteht aus bereits beschriebenem Speerorama, ferner dem Shotorama (Kugelstoßen aus dem Stand mit Gewichten von 5, 6,25, 7,26 und 10 Kilogramm und einem 15 Kilogramm schweren Steinstoß-Klotz). In der Reihenfolge der beschriebenen Gewichte erreichte Flynn 15,99, 14,54, 12,65, 10,39 und 7,93 Meter. Als drittes geht das sogenannte Schockorama (Kugelschocken aus dem Stand, ausgeführt wie ein Diskuswurf mit 3-,4- und 5-Kilo-Kugeln) in die Athletik-Dreikampf-Wertung ein. Die Leistungen des Wiesbadeners: 29,16, 22,52 und 17,50 Meter. Was in der Summe der drei Wertungsdisziplinen 217,53 Meter und somit knapp zwei Meter mehr ergab als bei dem Österreicher Georg Stamminger vor drei Jahren (215,70).